Arbeitsweise

Klärung Jugendhilfebedarf im Übergang Schule – Beruf § 13 SGB VIII

Voraussetzung für die gemeinsame Arbeit ist die Motivation der Jugendlichen, einen beruflichen Weg einzuschlagen. 

Das IBZ-Jugend nutzt ressourcenorientierte Beratungsgespräche zu einzelfallbezogener Diagnose, beruflichem Profiling und zur Zielentwicklung. Ein fachlicher Austausch mit Betreuern und Netzwerkpartnern liefert weitere wichtige Informationen.

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Die Zusammenschau und Bewertung aller dargestellten Aspekte (soziale Benachteiligung, individuelle Beeinträchtigung, Auffälligkeiten in der beruflichen Integration, Motivationslage, Ressourcen, Eignung der Hilfe, Vor- bzw. Nachrangigkeit) führt zu einer Entscheidung über den Jugendhilfebedarf nach § 13 SGB VIII im Übergang Schule – Beruf.

Jugendhilfebedarf im Übergang Schule – Beruf § 13 SGB VIII

1. Soziale Benachteiligung wegen…

(Biographische Beschreibung und aktuelle Situation)

  • familiären Verhältnissen
  • finanzieller Situation (Armut/Überschuldung)
  • Wohnungsproblematik
  • Straffälligkeit
  • fehlender geeigneter Unterstützung
  • sozialer Isolation
  • Geschlecht
  • Zuwanderung (Herkunft)
  • Ethnie
  • Elternschaft
  • mangelnder Bildung

Leben in einer gesellschaftlich entkoppelten Zone, in prekärer Lebenslage.

2. Individuelle Beeinträchtigung wegen…

(Biographische Beschreibung und aktuelle Situation)

  • physischer Belastung
  • Krankheit
  • psychischer Auffälligkeit/Belastung
  • psychischer Erkrankung
  • Suchtgefährdung
  • Suchterkrankung
  • Lernbeeinträchtigung
  • Lernbehinderung
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Probleme bei der Alltagsbewältigung
  • Probleme im Umgang mit Finanzen

Die Fähigkeit zur eigenständigen Lebensführung ist erheblich beeinträchtigt.

3. Auffälligkeiten bei der beruflichen Integration

(Biographische Beschreibung und aktuelle Situation)

  • mangelnde/fehlende berufliche Orientierung
  • problematischer Verlauf nach der allgemeinen Schulpflicht (Schule, Maßnahmen, Ausbildung, Jobs, Lücken und Abbrüche ggf. in Verbindung mit fachspezifischen beruflichen Einschränkungen)
  • geringer Zufriedenheit über den bisherigen beruflichen Verlauf
  • geringe Zuversicht über den zukünftigen beruflichen Verlauf

Die berufliche Integration gelingt – prognotisch – ohne erhebliche Unterstützung nicht.

4. Eignung der Hilfe und Entscheidungsfindung

  1. Sind andere Hilfen zur persönlichen Stabilisierung zunächst notwendig? (z.B. Gesundheitshilfen bei psychischen Erkrankungen, Sucht, Hilfen bei Wohnungslosigkeit)?
  2. Ist eine Grundmotivation des jungen Menschen vorhanden?
  3. Sind vorrangige berufliche Unterstützungsangebote im SGB II, III, IX etc. geeignet und realisierbar?
  4. Kann die soziale und individuelle Lebenssituation des jungen Menschen durch die BBJH verbessert werden?
  5. Kann die berufliche Integration prognostisch gelingen?
  6. Müssen ggf. begleitende Hilfen implementiert werden?

Entscheidungen nach der Zusammenschau aller Faktoren durch das Stadtjugendamt München in Verbindung mit dem Trägerverbund IBZ-Jugend.

Case Management

Jugendhilfebedarf im Übergang Schule – Beruf § 13 SGB VIII

Sollte der Jugendhilfebedarf im Übergang Schule – Beruf festgestellt werden, besteht die Grundvoraussetzung, dass die Jugendlichen an einer Maßnahme der Berufsbezogenen Jugendhilfe (BBJH) teilnehmen können.

Im Rahmen der BBJH gibt es Projekte zum Nachholen des Schulabschlusses, niedrigschwellige Orientierungs- und Beschäftigungsangebote und qualifizierende Maßnahmen bis hin zur Ausbildung. Jugendliche können auf dieser Basis verschiedene vom IBZ-Jugend vorgeschlagene Angebote der BBJH kennenlernen und mit dem IBZ-Jugend gemeinsam die passende berufliche Möglichkeit wählen.

Bei Eintritt in BBJH Maßnahmen werden die sozial benachteiligten jungen Menschen durch das IBZ-Jugend im Sinne eines langfristigen Case Management begleitet. Ziel des IBZ-Jugend ist es, mit den jungen Menschen eine individuelle und nachhaltige Integrationsplanung zu erarbeiten, der die aktuelle Lebenssituation, die Bildungsvoraussetzungen und die berufliche Orientierung sowie vereinbarte Ziele beinhaltet. Regelmäßiger persönlicher Kontakt zum Team des IBZ-Jugend, im Sinne eines langfristigen Fallmanagements, unterstützt und begleitet die jungen Menschen bei der Zielerreichung. Das IBZ-Jugend ist für die BBJH und auch für die jungen Menschen Ansprechpartner bei Krisen und drohenden Abbrüchen.

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Kein Jugendhilfebedarf im Übergang Schule – Beruf § 13 SGB VIII

Empfehlungen zum weiteren Vorgehen werden auch dann ausgesprochen, wenn kein Jugendhilfebedarf im Übergang Schule-Beruf vorliegt (z. B. mögliche SGB II- oder SGB III-Maßnahmen) und/oder weitergehende Hilfen (beispielsweise Maßnahmen der Erziehungs- oder der Gesundheitshilfen) notwendig sind.

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